Januar: Vegan essen – ein Résumé

Wie ihr in meinem letzten Beitrag lesen konntet, möchte ich mein Jahr 2018 zu einem Jahr voller Selbstexperimente machen. Im Januar bin ich damit gestartet, indem ich mich rein pflanzlich, also vegan und tierleidfrei ernährt habe. Nun ist der Januar auch schon wieder vorbei und ich möchte ein Fazit ziehen.

Kurz gesagt: Es ist mir sehr leicht gefallen und hat nur in wenigen Lebensbereichen eine wirkliche Umstellung erfordert: Im Grunde nur auf der Arbeit und beim auswärts essen gehen in Restaurants und Cafés (hier will ich festhalten, dass ich bei Wein nicht auf eine vegan-Kennzeichnung geachtet habe. An der Stelle will ich Fünfe gerade sein lassen).

Daher teile ich mein Resumée in folgende drei (Lebens-)Bereiche auf: Zuhause, Arbeit und auswärts essen.

Zuhause.

Da ich schon seit mittlerweile gut zwei Jahren nur selten tierische Produkte wie Milch, Sahne, Butter oder Eier zum Kochen einkaufe, eben weil ich mich mit der veganen Ernährung schon seit Längerem so gut identifiziere und meine Ernährungsgewohnheiten entsprechend angepasst habe, war die Veränderung zuhause eher gering. Ich habe einfach weiterhin Pflanzenmilch für mein Porridge genommen, Avocado auf meinem Brot gegessen und ein, zwei Mal mit Sojasahne gekocht.
Bei Salaten habe ich den Feta weggelassen, und im Honig-Senf-Dressing den Honig mit Agavendicksaft ausgetauscht.
Das war wirklich ein Kinderspiel und fast schon ZU leicht ;).

Im Job.

Es fiel mir überraschend leicht, auf der Arbeit keinen Käse mehr zu snacken. Geholfen hat mir auf jeden Fall, dass ich an den meisten Tagen bewusst für Alternativen gesorgt hatte, wie Gemüsesticks mit Hummus, Maiswaffeln… und mein Schokoladenkonsum war ganz schön hoch. Wie schön, dass die meisten dunklen Schokisorten von „Natur aus“ vegan sind!
Erstaunlich, aber wahr: Meinen Kollegen ist meine „Käse-Enthaltsamkeit“ nicht aufgefallen! Zumindest haben sie mich nicht darauf angesprochen und nicht nach dem Grund gefragt. Ein wenig Glück hatte ich auch, dass kein offizieller Verkostungstermin anstand. Dadurch wurde es umso leichter.

Auswärts.

Vorab: Ich würde sagen, dass ich im Januar sogar überdurchschnittlich oft auswärts essen war! Zweimal auf Einladung meiner Großeltern (beide Male zu einem Italiener), gleich zweimal im sehr empfehlenswerten Bangkok Restaurant in Köln, einmal vietnamesisch… Und überall war es gar kein Problem, etwas richtig Leckeres ohne tierische Produkte zu finden. Beim Italiener wird allerdings die Auswahl schon stark eingeschränkt: Ich glaube bei beiden Restaurants gab es nur 1 oder 2 per se vegane Gerichte auf der gesamten Karte. Sodass ich auch bei beiden Gelegenheiten ein Pastagericht mit Tomaten(-Gemüse-)Soße hatte. Natürlich hätte ich auch bei einigen anderen vegetarischen Gerichten einfach fragen können, ob sie es mir ohne Sahne, Käse und Co. zubereiten könnten. Aber mir macht es nichts aus, nur eine kleine Auswahl zu haben, sogar eher im Gegenteil, allerdings würde ich auf Dauer wohl nicht so oft zum Italiener gehen, wenn ich mich weiterhin rein vegan ernähren würde.

Was mir mehrfach aufgefallen ist: durch mein Vegan-Vorhaben ist es mir in vielen Situationen so viel leichter gefallen, nicht zu snacken und zu naschen und mich damit zu überfressen, einfach weil die Lebensmittel dann nicht vegan waren. Zum Beispiel hätte ich bei einem Familienbesuch den Kuchen als Nachtisch kaum ablehnen können; die Gastgeberin war sehr hartnäckig; aber so hatte ich einen wunderbaren und eindeutigen Grund, der gar kein wirkliches Verlangen nach diesen Lebensmitteln aufkommen ließ. Es ist halt so: wenn man als konsequent vegan-essender Mensch Lust auf Schokolade hat, aber es in dem Moment keine vegane Schokolade isst, dann isst er eben keine Schokolade.

Ja, und wie ging es mir mit der veganen Ernährung?

Richtig gut.
Es hat sich nicht wie ein Verzicht angefühlt; ich habe mich wohl und leistungsfähig gefühlt, und: im Einklang mit meinen Werten, was ein tolles Gefühl ist.
Wie ich schon erwartet hatte, habe ich in meiner körperlichen Leistungsfähigkeit keine Veränderung gespürt. Hier fällt mir die Bewertung allerdings etwas schwer, weil ich in den ersten zwei Wochen im Januar leider eine hartnäckige Erkältung mit mir herumgeschleppt habe, durch die ich natürlich etwas schlapp und müde war und zu einer Sportpause gezwungen wurde.
Eventuell ist meine Haut im Laufe der Wochen ein klein wenig reiner geworden. Was bei meinem hohen Schokikonsum allerdings merkwürdig ist. Aber auch hier lässt sich das natürlich nicht sicher und ausschließlich auf die Ernährung zurückführen.

Habe ich durch das vegane Essen abgenommen? Nein. Aber das war ja auch nicht mein Ziel hinter dem Experiment. Hätte ich insgesamt einfach kleinere Portionen gegessen und weniger Schokolade genascht, hätte ich sicherlich etwas abnehmen können.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es für mich keine wirkliche Herausforderung war, 1 Monat bzw. durch das Saftfasten Ende Januar nur knapp 4 Wochen rein vegan zu essen (die Saftkur war es dann logischerweise sowieso 😉 . Es hat sich absolut nicht wie Verzicht angefühlt, wenn ich z.B. keinen normalen Kuchen essen „konnte“.
Ich habe mich mit dieser Ernährung sehr wohl und leistungsfähig gefühlt und nichts vermisst. Überraschenderweise auch den Käse nicht! Obwohl ich ja lange gesagt und gedacht habe, dass die rein vegane Ernährung nichts für mich ist, weil ich so gerne Käse esse. Das Experiment hat mir gezeigt: Ich kann sehr gut ohne.

Werde ich es also weitermachen? Zum Teil.

Ich habe mir vorgenommen, dass ich zuhause weiterhin vegan koche und esse, und auswärts in Cafés und Restaurants immer dann, wenn es ein leckeres veganes Gericht gibt. Ich werde dort aber nicht groß nachfragen, ob Sahne, Butter etc. verarbeitet wurde. Besonders nicht auf Reisen. Und im bald anstehenden Thailand-Backpacking-Urlaub werde ich es mir nicht verbieten, mal ein original Pad Thai (enthält Ei) von einer Straßenküche zu essen, wenn ich da in dem Moment große Lust drauf habe.

Auf der Arbeit möchte ich definitiv weniger zwischendurch ohne „beruflichen“ Anlass Käse snacken. Ich sage aber bewusst „weniger“, statt „gar nicht mehr“. Ich will es einfach so machen, wie es sich für mich gut und nicht irgendwie zu „streng“ anfühlt. Ich will mich wohlfühlen und meine Ernährungsform soll mit meinem Alltag harmonieren, der nun mal für die nächsten 1 1/2 Jahre noch stark von meinem aktuellen Job geprägt sein wird.

Also für mich war das ein rundum gelungener erster Selbstexperiment-Monat…

…den ich mit einem 5-tägigen Saftfasten, oder auch „Juice Cleanse“, zu Ende gebracht habe.
Aber dazu folgt noch ein eigener Beitrag :).

 

L(i)ebe.

 

 

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